FileMaker ist ein proprietäres Datenbanksystem der Apple-Tochterfirma Claris International, das unter macOS, iOS und Microsoft Windows läuft.
Datenhaltung
Eine FileMaker-Datei enthält neben den Daten selbst auch die Informationen über die Struktur der Daten. In der Struktur enthalten sind die Tabellen mit den zugehörigen Feldern und Felddefinitionen, die Formeln und Funktionen der Felder, die Beziehungen der Tabellen zueinander (Relationen), die Layouts, die Skripte sowie die Zugriffskonten mit Passwörtern und Zugriffsrechten.
Anwendungsentwicklung
Im Gegensatz zu anderen Datenbanksystemen benötigt FileMaker keine Datenbindung an separate Programmiersprachen und Benutzeroberflächen. Anwendungen lassen sich im laufenden Betrieb anpassen – eine der Stärken von FileMaker. Es wird daher oft auch als RAD (Rapid Development Tool) bezeichnet.
Obwohl FileMaker ursprünglich als Workgroup-Datenbank für den Office-Bereich konzipiert wurde, wird die FileMaker-Plattform ausgehend von den flexiblen Möglichkeiten oft auch zur Entwicklung von professionellen Branchenlösungen verwendet.
Geschichte
Die Wurzeln von FileMaker gehen auf ein unter MS-DOS laufendes Produkt mit Namen Nutshell zurück, das das Unternehmen Nashoba Systems aus Concord, Massachusetts, in den Jahren 1982/1983 entwickelt hatte. Vertrieben wurde Nutshell von Leading Edge. Mit der Einführung des Macintosh 1984 und dessen grafischer Benutzeroberfläche führte Nashoba 1985 das Datenbank-Konzept von Nutshell mit der menü- und fenstergesteuerten Oberfläche auf dem Macintosh zusammen. Es entstand eine für die damalige Zeit leicht und intuitiv zu bedienende Datenbank. Da Vertriebler Leading Edge nicht in den damals entstehenden Apple-Macintosh-Softwaremarkt einsteigen wollte, suchte Hersteller Nashoba einen neuen Distributor – und fand Forethought, das bereits mit dem eigenen Präsentationsprogramm „Presenter“ (später umbenannt in Microsoft PowerPoint) im Macintosh-Markt aktiv war.
Der Name „FileMaker“
Der Name ist eine Kombination aus dem Namen des Microsoft-Datenbankprogramms MS-File für Macintosh und des gerade auf den Markt gekommenen DTP-Programms Adobe PageMaker des Unternehmens Aldus. In Anlehnung an das neue Macintosh-Modell Macintosh Plus folgte 1986 die Version FileMaker Plus. Im August 1987 übernahm Microsoft das Unternehmen Forethought und dessen Produkt PowerPoint. Die mitgekauften Distributionsrechte (inklusive Dokumentation und Verpackung) an FileMaker wollte Microsoft nutzen, um FileMaker unter eigenem Namen zu vertreiben. Nashoba als Inhaber am Softwarecode entschied sich aber, FileMaker nun unter eigenem Namen zur Version FileMaker 4 (Juni 1988) weiterzuentwickeln und auch selbst zu vertreiben. Kurz darauf, im August 1988, kaufte Claris (eine Apple-Tochter) Nashoba und brachte das Programm als Claris FileMaker II auf den Markt.
Quelle: Wikipedia
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